Rauchen verursacht 40 Millionen schwere Parodontitisfälle

28. April 2018
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Wer Parodontitis verhindern will, sollte nicht rauchen. In einer Studie haben die Zahnmediziner die Zahl der schweren Parodontitisfälle weltweit berechnet, die auf Zigaretten zurückzuführen ist: 40 Millionen!

PD Dr. Falk Schwendicke von der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin der Berliner Charité und seine Kollegen von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel fragten, wie viele Parodontitisfälle beziehungsweise welcher Anteil an Parodontitiserkrankungen weltweit auf das Rauchen zurückgeführt werden können.

Gerade Raucher mittleren Alters leiden unter Parodontitis

Für die Studie wurden die Daten aus einem Pool für insgesamt 186 Länder berechnet. Kooperationspartner waren Dr. Toni Meier aus Halle-Wittenberg und der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie, Prof. Dr. Christof Dörfer aus Kiel.

Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass insbesondere Männer mittleren Alters unter Parodontitis leiden, weil sie rauchen. Zudem gibt es international große Schwankungen hinsichtlich der Häufigkeit: Während in Deutschland rund zehn Prozent der Parodontitisfälle auf Zigaretten zurückzuführen sind, ist dieser Prozentsatz beispielsweise in Spanien, aber auch in vielen Ländern Afrikas, deutlich geringer.

Parodontitis ist eine bakteriell bedingte chronische Entzündung des Zahnbettes und zählt genau wie Karies zu den Volkskrankheiten: Jeder zweite Erwachsene ist davon betroffen. Die Entzündung kann zu irreversiblen Schäden und Zahnverlust führen. Eine zentrale Krankheitsursache ist das Rauchen, das weltweit rund 40 Millionen schwere Parodontitisfälle verursacht. Zudem wird Parodontitis mit verschiedenen Allgemeinerkrankungen assoziiert.

„Rauchen ist ein zentraler Risikofaktor für Parodontitis – und dieser Zusammenhang scheint insbesondere bei jungen Menschen besonders hoch zu sein“, bilanziert Schwendicke. „Zudem stehen Parodontitis und Rauchen mit zahlreichen anderen Erkrankungen in Verbindung. Das heißt: Nicht zu rauchen und weniger Parodontitis zu haben, ist doppelt sinnvoll, um auch Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen.“

Im nächsten Schritt können sich die Forscher vorstellen, dass die Erkenntnisse für Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen bei Parodontitis eingesetzt werden. Außerdem sei sinnvoll, dass Ärzte und Zahnärzte Rauchen verstärkt als gemeinsamen Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen bekämpfen.

Schwendicke, F., Dörfer, C.E., Meier, T.: Global smoking-attributable burden of periodontal disease in 186 countries in the year 2015. In: Journal of Clinical Periodontology. Doi: 10.1111/jcpe.12823, 2017.

Quelle: zm-online.de

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